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1/2022: Open Issue
»Mauthausen O.Oe.«, Postkarte, gelaufen, 29. Juli 1956, Echte Photographie

News

Liebe Leserinnen und Leser,

der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (1929–2022), ein unermüdlicher Herausgeber und Übersetzer, Unruhestifter und Ideengeber in der intellektuellen Landschaft der Bundesrepublik, ist am 24. November im Alter von 93 Jahren verstorben. Für unsere Rubrik »Neu gelesen« hat Christoph Cornelißen Enzensbergers Buch »Ach Europa!« von 1987 gewürdigt und eingeordnet (ZF 1/2017).

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Rüdiger Graf, Redaktionsmitglied dieser Zeitschrift, organisiert die Online-Diskussionsreihe »Geschichtliche Grundfragen«. Die nächste Veranstaltung gibt es am 28. November 2022: »Wie findet und formuliert man eine gute historische Frage?«.

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Der Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam vergibt seit 2017 jährlich den Zeitgeschichte-digital-Preis. Ausgezeichnet werden die besten Beiträge, die im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr in den Online-Portalen des ZZF veröffentlicht wurden. Die Preisverleihung für besonders herausragende Beiträge des Jahres 2021 fand am 24. November 2022 statt (in Potsdam und mit Livestream); die Nominierungen und das Programm der Veranstaltung finden sich hier. Geehrt wurden diesmal Rüdiger Bergien, Sophie Genske und Juliane Röleke für ihre Beiträge bei Docupedia-Zeitgeschichte und zeitgeschichte | online. Fotos und eine Pressemitteilung gibt es hier. Herzlichen Glückwunsch!

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Seit mehreren Jahren veranstaltet das Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam in wechselnder Besetzung das Historische Quartett. Am 10. Oktober 2022 fand die Diskussion erstmals im Literaturforum des Brecht-Hauses in Berlin statt. Aus der Redaktion der »Zeithistorischen Forschungen« beteiligten sich Christine Bartlitz und Jan-Holger Kirsch am Podium; zusammen mit Jutta Braun und Bernd Greiner diskutierten sie vier aktuelle Bücher. Wer die Veranstaltung verpasst hat, kann die Aufzeichnung des Livestreams hier ansehen.

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Unser aktuelles »offenes« Heft (ZF 1/2022) bietet wieder ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen, von der deutsch-türkischen Diskussion der 1980er-Jahre zu Günter Wallraffs Bestseller »Ganz unten« über die New Wave of British Heavy Metal um 1980 bis hin zur Entwicklung der ländlichen Armut in China seit den 1950er-Jahren. Besonders freuen wir uns, die Abschiedsvorlesung dokumentieren zu können, die Michael Wildt an der Humboldt-Universität zu Berlin gehalten hat – zur Frage »Was heißt: Singularität des Holocaust?«.

Seit Gründung der »Zeithistorischen Forschungen« (2003/04) gehört Michael Wildt unserem Beirat an und hat immer wieder in dieser Zeitschrift veröffentlicht. Am 10. November 2022 hat er den renommierten Preis des Historischen Kollegs erhalten. Sehr herzlichen Glückwunsch!

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Für Deutschlandfunk Kultur hat Winfried Sträter ein Interview mit Frank Biess geführt – über die Ergebnisse und Thesen seines Aufsatzes zu Wallraffs »Ganz unten«.

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Zu seinem Aufsatz »Islamist Masculinity in Turkey, 1950–2000« im Themenheft »Männlichkeiten« (ZF 3/2021) wurde Jan-Markus Vömel im Podcast Turkey Book Talk interviewt.

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Mit der Eröffnung des Ethnologischen Museums Mitte September 2022 ist das Ausstellungsensemble des Berliner Humboldt-Forums nun vollständig. Die konzeptionellen Schwierigkeiten sind weiter in der Diskussion. Wie die Dilemmata eines »strategischen Kosmopolitanismus« schon die Planungsphase bestimmten, hat Daniel Morat 2019 prägnant erläutert.

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Am 29. August 2022 ist der umtriebige Rechtsanwalt und Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Alter von 83 Jahren verstorben. 2009 gab es einen zeithistorisch aufschlussreichen Dokumentarfilm über ihn, Otto Schily und Horst Mahler: »Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte«. Hanno Hochmuth hat in unserer Zeitschrift 2010 über diesen Film geschrieben und ist den unterschiedlichen biographischen Sinnkonstruktionen der drei Protagonisten nachgegangen.

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Vor 80 Jahren, am 23. August 1942, begann die Schlacht von Stalingrad. Militärisch war sie für den weiteren Verlauf und den Ausgang des Zweiten Weltkrieges nicht allein entscheidend, aber in der zeitgenössischen Propaganda und der späteren Erinnerungskultur hatte sie sowohl auf deutscher als auch auf sowjetischer Seite einen besonders hohen Stellenwert. Alexander Kluge hat sich in seinem 1964 erstmals publizierten, später immer wieder umgearbeiteten Werk »Schlachtbeschreibung« literarisch und semi-dokumentarisch mit den Ereignissen auseinandergesetzt. Wolfgang Reichmann hat dieses Buch 2009 in unserer Rubrik »Neu gelesen« vorgestellt. Unter dem Eindruck der aktuellen Kriegsereignisse in der Ukraine gewinnen solche Versuche, die überwältigenden Erfahrungen in ihrer Widersprüchlichkeit darzustellen, noch einmal zusätzliche Brisanz.

Zum Krieg in der Ukraine verweisen wir auf die aktuellen Texte und Materialien bei zeitgeschichte | online und H-Soz-Kult.
Möge dieser entsetzliche Krieg so bald wie möglich enden!

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Vor 60 Jahren, am 17. August 1962, wurde der 18-jährige Peter Fechter bei einem Fluchtversuch nach West-Berlin an der innerstädtischen Sektorengrenze angeschossen. Im Todesstreifen auf Ost-Berliner Seite konnten ihm die West-Berliner Polizisten nicht helfen. Ein Foto zeigt, wie der verblutende junge Mann von DDR-Grenzpolizisten erst nach fast einer Stunde abtransportiert wurde. Das Bild des qualvollen Todes wurde rasch zur Medienikone und zur Anklage der Brutalität des DDR-Grenzregimes. In einem Beitrag von 2005 ist Christoph Hamann der Geschichte dieses Fotos nachgegangen.

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Neues aus der Redaktion: Nina Verheyen, Mitherausgeberin der Themenhefte »Männlichkeiten« (ZF 3/2021) und »Der Wert der Dinge« (ZF 3/2016), hat am 6. Juli 2022 an der Universität zu Köln erfolgreich ihr Habilitationskolloquium absolviert. Herzlichen Glückwunsch! Ab Oktober 2022 hat Nina Verheyen jetzt eine Vertretungsprofessur an der Freien Universität Berlin inne.

Christiane Reinecke, ebenfalls Redaktionsmitglied und seit September 2021 Professorin für Neuere und Neueste Europäische Geschichte an der Europa-Universität Flensburg, ist Mitherausgeberin des neuen »Inventars der Migrationsbegriffe« (im Aufbau; eine parallele Buchfassung ist für Mai 2023 angekündigt). Beiträge der »Zeithistorischen Forschungen« zum Themenfeld Migration gibt es hier.

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Wie das Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Mai 2022 meldete, sind global betrachtet mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht – eine höhere Zahl als je zuvor. Außer der Ukraine gibt es bekanntlich noch viele weitere Kriegs- und Krisengebiete. Daher bleibt die Flucht- und Flüchtlingsforschung auch ein wichtiger Schwerpunkt der Zeitgeschichte. Siehe dazu unser Themenheft 3/2018 (»Flucht als Handlungszusammenhang«).

Auch Hunger und Mangelernährung haben infolge des Ukraine-Krieges und anderer Ereignisse im globalen Maßstab weiter zugenommen, wie die Welthungerhilfe in ihrem Jahresbericht vom Juli 2022 näher belegt hat. Siehe für zeithistorische Perspektiven unser Themenheft 2/2021Welt – Hunger – Hilfe«).

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Vor 100 Jahren, am 24. Juni 1922, wurde Reichsaußenminister Walther Rathenau in Berlin ermordet. Martin Sabrow, Mitherausgeber dieser Zeitschrift, geht in seinem neuen Buch den Hintergründen der Gewalttat nach: »Der Rathenaumord und die deutsche Gegenrevolution«.

Martin Sabrows Abschiedsvorlesung an der Humboldt-Universität zu Berlin, gehalten am 6. Juli 2022 zum Thema »Zeitenwende in der Zeitgeschichte«, gibt es hier zum Nachhören.

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Passend zum 53. Deutschen Historikertag ist in der Podcast-Reihe des ZZF Anfang Oktober 2021 ein neuer Beitrag ins Netz gekommen (Folge 7): »Zeitgeschichte digital über das Forschen und Publizieren im Internet«. Tim Schleinitz hat die Redakteur:innen der Online-Portale des ZZF, Christine Bartlitz, Annette Schuhmann und Jan-Holger Kirsch, zu ihren Erfahrungen mit dem digitalen Publizieren und zu ihren Ideen für die Weiterentwicklung der Publikationsformate befragt.

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In der erweiterten Suche können Sie nicht nur jeweils einzeln nach bestimmten Autorinnen und Autoren, nach Stichworten oder Themen recherchieren, sondern können thematische, geographische und chronologische Suchkriterien auch miteinander verknüpfen. Ebenfalls möglich ist natürlich die Suche nach Heften im Archiv und die Suche in einzelnen Registern (Autoren-, Rubriken-, Schlagwortregister). Für die Rubrik »Neu gelesen« gibt es ein eigenes detailliertes Register.

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Ergänzend zu den Originalbeiträgen der »Zeithistorischen Forschungen« bieten wir inzwischen rund 300 »digitale Reprints« an (thematisch passende Aufsätze oder Buchkapitel, die anderswo erschienen sind). Auf dem Dokumentenserver des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung sind diese Texte übersichtlich nachgewiesen, sortiert nach Themen und Ausgaben. Siehe hier.

New Reprints

Materialien zum Thema des Heftes 2/2015

  • Kriegsfotos auf dem Obersalzberg. Anmerkungen zu Eva Brauns Albumsammlung
  • Unklare Grenzziehungen. Zur Konstruktion von »Eigenem« und »Fremdem« in Aufnahmen deutscher Fotoamateure während des Zweiten Weltkriegs
  • Das operative Foto. Entstehung, Funktion und Überlieferung der Bilderwelt des MfS

Material zur Debatte 1/2012

  • Ein weites Feld. Forschungen zur Umweltgeschichte der Sowjetunion

Materialien zum Thema des Heftes 2/2018

  • Gewaltwahrnehmung. Für eine andere Geschichte der Gewalt im 20. Jahrhundert

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