Aktuell

Liebe Leserinnen und Leser,

vor 80 Jahren, am 20. Januar 1942, fand in Berlin am Großen Wannsee eine hochrangig besetzte Besprechung zur weiteren Organisation des nationalsozialistischen Völkermordes an den europäischen Juden statt. 50 Jahre später, im Januar 1992, wurde die Gedenk- und Bildungsstätte »Haus der Wannsee-Konferenz« eröffnet. Konkrete Pläne für einen solchen Gedenk-, Forschungs- und Lernort gab es schon viel früher; die Initiative des Auschwitz-Überlebenden Joseph Wulf scheiterte aber Mitte der 1960er-Jahre, wie Gerd Kühling in einem Aufsatz für unsere Zeitschrift detailliert dargestellt hat.

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Stefanie Middendorf, Redaktionsmitglied dieser Zeitschrift und seit Oktober 2021 Professorin für Neueste Geschichte/Zeitgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, hat zum Jahreswechsel ihre Habilitationsschrift als Buch veröffentlicht:  »Macht der Ausnahme. Reichsfinanzministerium und Staatlichkeit (1919–1945)«.

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Die Diskussion um Impfungen als individuell-körperliche, aber auch soziale Interventionen hat derzeit (wieder) eine besondere Aktualität. Zur Vorgeschichte solcher Debatten, die im deutsch-deutschen Fall auch eng mit der Systemkonkurrenz im Kalten Krieg zusammenhingen, siehe den Aufsatz von Malte Thießen aus unserem früheren Themenheft 3/2013 (»Zeitgeschichte der Vorsorge«). Gemeinsam mit Hartmut Berghoff hat Malte Thießen zuletzt das Themenheft 2/2020 herausgegeben (»Gesundheitsökonomien«).

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Der Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam vergibt seit 2017 jährlich den Zeitgeschichte-digital-Preis. Ausgewählt werden bis zu zwei Beiträge, die im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr in den Online-Portalen des ZZF veröffentlicht wurden. Am 11. November 2021 wurden die besten Beiträge des Jahres 2020 ausgezeichnet (leider erneut nur als Online-Veranstaltung). Den ersten Preis erhielt diesmal Michael Homberg für seinen Aufsatz »Computerliebe. Die Anfänge der elektronischen Partnervermittlung in den USA und in Westeuropa« aus Heft 1/2020 der »Zeithistorischen Forschungen«. Herzlichen Glückwunsch! Nähere Hinweise und Fotos finden sich hier, die Laudationes für die Preisträger:innen hier.

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Passend zum Deutschen Historikertag ist in der Podcast-Reihe des ZZF Anfang Oktober ein neuer Beitrag ins Netz gekommen (Folge 7): »Zeitgeschichte digital über das Forschen und Publizieren im Internet«. Tim Schleinitz hat die Redakteur:innen der Online-Portale des ZZF, Christine Bartlitz, Annette Schuhmann und Jan-Holger Kirsch, zu ihren Erfahrungen mit dem digitalen Publizieren und zu ihren Ideen für die Weiterentwicklung der Publikationsformate befragt.

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In der erweiterten Suche können Sie nicht nur jeweils einzeln nach bestimmten Autorinnen und Autoren, nach Stichworten oder Themen recherchieren, sondern können thematische, geographische und chronologische Suchkriterien auch miteinander verknüpfen. Ebenfalls möglich ist natürlich die Suche nach Heften im Archiv und die Suche in einzelnen Registern (Autoren-, Rubriken-, Schlagwortregister). Für die Rubrik »Neu gelesen« gibt es ein eigenes detailliertes Register.

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Ergänzend zu den Originalbeiträgen der »Zeithistorischen Forschungen« bieten wir inzwischen rund 300 »digitale Reprints« an (thematisch passende Aufsätze oder Buchkapitel, die anderswo erschienen sind). Auf dem Dokumentenserver des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung sind diese Texte übersichtlich nachgewiesen, sortiert nach Themen und Ausgaben. Siehe hier.

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Am 24. September 1996 starb die Frankfurter Fotografin Abisag Tüllmann. Seit Oktober 2020 ist ihr beeindruckendes Werk auf einer Website zugänglich, die die bpk-Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Unterstützung der Abisag Tüllmann Stiftung aufgebaut hat. Den Leserinnen und Lesern der »Zeithistorischen Forschungen« ist Abisag Tüllmann nicht unbekannt: Wir haben bereits mehrfach Fotos von ihr verwendet, unter anderem für die Cover von Heft 3/2016 (»Der Wert der Dinge«) und Heft 2/2011 (»Politik und Kultur des Klangs im 20. Jahrhundert«).

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Zum 50. Jahrestag der Ereignisse von 1968 und der 68er-Bewegung haben wir unsere Bibliographie neuerer Literatur zu diesem Themenkomplex mehrfach aktualisiert (Stand 28. Oktober 2019, Publikationsjahre 20052019). Die inzwischen 50-seitige Materialsammlung umfasst neben einschlägigen Büchern auch Nachweise von Rezensionen aus Zeitungen und Fachzeitschriften.

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Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) sowie die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben gemeinsam ein Gutachten zur Nutzung audiovisueller Zeugnisse in der Wissenschaft und den damit verbundenen Urheberrechtsfragen in Auftrag gegeben, das im September 2015 veröffentlicht wurde. Es enthält eine ausführliche Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation und ihrer Probleme; gefordert wird die Einführung einer allgemeinen, an den praktischen Bedürfnissen von Forschung und Lehre orientierten Wissenschaftsschranke.

Das Gutachten kann bei der Orientierung in vielen Fragen helfen, die sich auch der Redaktion und den Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift immer wieder stellen. Vor allem aber ist zu hoffen, daß es weite Verbreitung findet, eine Grundlage für weitere Diskussionen liefert und letztlich zu Verbesserungen der gesetzlichen Vorgaben führt.

Mit besten Grüßen der Redaktion und der Herausgeber
Jan-Holger Kirsch