Aktuell


Liebe Leserinnen und Leser,

vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg – im Mai 1945 zunächst in Deutschland und Europa, im August/September des Jahres dann auch in Asien. Die Effekte der sogenannten strategischen Bombardierungen wurden im Auftrag der US-Regierung mit einem Stab von über 1.000 Mitarbeitern in Deutschland und Japan aufwendig evaluiert (United States Strategic Bombing Survey, USSBS). Die junge US Air Force gewann dafür ambitionierte Sozialwissenschaftler. Ein neuer Aufsatz von Sophia Dafinger schildert die bisher kaum erforschten Logiken und Folgen dieser Kooperation sowie die behaupteten Lehren des Zweiten Weltkrieges für den Korea- und den Vietnamkrieg. Der Beitrag hinterfragt das gängige Verständnis einer radikalen Zäsur, die der erste Einsatz der Atombombe 1945 mit sich gebracht habe. Er plädiert für einen neuen Blick auf die Militär-, Gewalt- und Wissensgeschichte des »Kalten Krieges«. Wir veröffentlichen diesen Aufsatz als Vorab-Leseprobe aus unserem nächsten Heft (ZF 1/2020).

Am 15. April 2020 wäre Richard von Weizsäcker 100 Jahre alt geworden. Sicher wäre es ungerecht, seine Amtszeit als Bundespräsident (1984–1994) auf eine einzige Rede zu reduzieren, aber Weizsäckers Ansprache zum 40. Jahrestag des europäischen Kriegsendes vom 8. Mai 1945 behält als Dokument der bundesdeutschen Erinnerungskultur eine besondere Relevanz. Zur Ambivalenz dieser Rede siehe Cornelia Siebecks Beitrag aus unserer Rubrik »Neu gelesen« (ZF 1/2015).

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Parallel zum Erscheinen unserer aktuellen Ausgabe (ZF 3/2019) sind jetzt die Beiträge des Themenhefts »Flucht als Handlungszusammenhang« (ZF 3/2018) als pdf-Dateien im Layout der Druckausgabe auf dieser Website frei verfügbar.

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Zum Beginn des Sommersemesters 2020 hat Melanie Arndt, seit 2018 Mitglied unseres Beirats und zuvor langjähriges Redaktionsmitglied, an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg den Lehrstuhl für Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte übernommen. Die Redaktion gratuliert und wünscht trotz der widrigen Umstände, die dieses Semester für alle mit sich bringt, einen guten Start!

Das aus Melanie Arndts Habilitationsschrift hervorgegangene Buch ist im Mai bei Vandenhoeck & Ruprecht erschienen: »Tschernobylkinder. Die transnationale Geschichte einer nuklearen Katastrophe«. Einen früheren Aufsatz zu diesem Themenfeld gab es 2010 in unserer Zeitschrift, siehe hier.

Als neue Mitglieder unseres Beirats (ab Mai 2020) begrüßen wir Hannah Ahlheim (Gießen) und Dietmar Süß (Augsburg). Zugleich haben Anke te Heesen (Berlin) und Gerhard Hirschfeld (Stuttgart) das Gremium verlassen. Redaktion und Herausgeber danken den beiden bisherigen Beiratsmitgliedern ganz herzlich für die verlässliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren!

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Der Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam vergibt seit 2017 jährlich den Zeitgeschichte-digital-Preis. Gewürdigt wird der beste Beitrag, der im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr in den Online-Portalen des ZZF veröffentlicht wurde. Im November 2019 wurde Jutta Braun ausgezeichnet – für ihren Aufsatz über »Fußball und Gewaltprävention in Deutschland vor und nach 1989«. Redaktion und Herausgeber gratulieren der Autorin sehr herzlich! Fotos von der Preisverleihung und eine Pressemitteilung finden Sie hier.

Der beste Beitrag des Jahres 2019 soll im November 2020 ausgezeichnet werden. Die Nominierungen aller Online-Portale des ZZF sind hier aufgelistet.

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Am 30. April 2020 ist Florian Schneider verstorben, einer der Gründer der Band »Kraftwerk«. Lesen Sie in unserem Archiv Andreas Gregers Beitrag über Kraftwerks »musikalische Vision eines elektronischen Lebensstils« (ZF 2/2012: Computerisierung und Informationsgesellschaft).

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Das MoMA in New York präsentiert in einer Online-Ausstellung derzeit das Werk der Fotografin Dorothea Lange (1895–1965). Zu ihren berühmtesten Arbeiten zählen die Bilder für die US-amerikanische Farm Security Administration aus der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre. Mit dem Fotozyklus der »Migrant Mother« und seiner späteren Rezeption hat sich Thomas Hertfelder in einem Aufsatz eingehend auseinandergesetzt (ZF 1-2/2007).

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Großbritannien hat die Europäische Union verlassen (bzw. ist in einem längeren Übergangsprozess dabei, dies zu tun). Gleichwohl bleibt die britische Geschichte Teil der europäischen Geschichte. Unsere Archiv-Beiträge zur Zeitgeschichte Großbritanniens finden Sie hier.

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Zum 50. Jahrestag der Ereignisse von 1968 und der 68er-Bewegung haben wir unsere Bibliographie neuerer Literatur zu diesem Themenkomplex mehrfach aktualisiert (Stand 28. Oktober 2019, Publikationsjahre 20052019). Die inzwischen 50-seitige Materialsammlung umfasst neben einschlägigen Büchern auch Nachweise von Rezensionen aus Zeitungen und Fachzeitschriften.

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In der erweiterten Suche können Sie nicht nur jeweils einzeln nach bestimmten Autorinnen und Autoren, nach Stichworten oder Themen recherchieren, sondern können thematische, geographische und chronologische Suchkriterien auch miteinander verknüpfen. Ebenfalls möglich ist natürlich die Suche nach Heften im Archiv und die Suche in einzelnen Registern (Autoren-, Rubriken-, Schlagwortregister). Für die Rubrik »Neu gelesen« gibt es ein eigenes detailliertes Register.

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Ergänzend zu den Originalbeiträgen der »Zeithistorischen Forschungen« bieten wir inzwischen rund 300 »digitale Reprints« an (thematisch passende Aufsätze oder Buchkapitel, die anderswo erschienen sind). Auf dem Dokumentenserver des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung sind diese Texte übersichtlich nachgewiesen, sortiert nach Themen und Ausgaben. Siehe hier.

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Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) sowie die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben gemeinsam ein Gutachten zur Nutzung audiovisueller Zeugnisse in der Wissenschaft und den damit verbundenen Urheberrechtsfragen in Auftrag gegeben, das im September 2015 veröffentlicht wurde. Es enthält eine ausführliche Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation und ihrer Probleme; gefordert wird die Einführung einer allgemeinen, an den praktischen Bedürfnissen von Forschung und Lehre orientierten Wissenschaftsschranke.

Das Gutachten kann bei der Orientierung in vielen Fragen helfen, die sich auch der Redaktion und den Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift immer wieder stellen. Vor allem aber ist zu hoffen, daß es weite Verbreitung findet, eine Grundlage für weitere Diskussionen liefert und letztlich zu Verbesserungen der gesetzlichen Vorgaben führt.

Mit besten Grüßen der Redaktion und der Herausgeber
Jan-Holger Kirsch