Vorschau

Heft 2/2020: Gesundheitsökonomien
hg. von Hartmut Berghoff und Malte Thießen
Beim Verhältnis von Gesundheit und Ökonomie geht es um mehr als medizinische und wirtschaftliche Fragen: Der Gesundheitsmarkt steht im Spannungsfeld von Patientenwohl, Allgemeinwohl und ökonomischen Interessen. In Krisenzeiten wird dieses Spannungsfeld besonders gut sichtbar. So wirft die Corona-Pandemie seit dem Frühjahr 2020 fundamentale Fragen auf, wer eigentlich die Daseinsfürsorge leistet, ja in welcher Gesellschaft wir überhaupt leben wollen. Die Aktualität solcher Debatten lässt schnell vergessen, wie lange schon – nicht nur in Deutschland – über das Verhältnis von Gesundheit und Ökonomie diskutiert wird. Politiker, Mediziner und Unternehmer streiten seit mehr als 150 Jahren darüber, wer für die Gesundheit des Einzelnen und für die »Volksgesundheit« verantwortlich sei. Wie viel Wettbewerb vertragen – oder erfordern – Gesundheitspolitik und öffentliches Gesundheitswesen? Wie lässt sich der Gesundheitsmarkt kontrollieren? Wie eng dürfen Politik und Ökonomie, wie eng auch medizinische Wissenschaft und Wirtschaft miteinander verflochten sein? Diesen und weiteren Fragen spürt das Themenheft nach, um neue Einblicke in die jüngere und jüngste Zeitgeschichte zu gewinnen.

Issue 2/2020: Health Economies
ed. by Hartmut Berghoff and Malte Thießen
The relationship between health and economy is about more than medical and economic issues: the healthcare market is at the intersection of patient welfare, general welfare and economic interests. In times of crisis, this area of conflict becomes particularly visible. Since spring 2020, the corona pandemic has been raising fundamental questions about who actually provides the healthcare we need and in which kind of society we want to live. The topicality of such debates quickly makes us forget how long the relationship between health and economy has been under discussion – not only in Germany. For more than 150 years, politicians, physicians and entrepreneurs have been arguing about who is responsible for the health of the individual and for »public health«. How much competition tolerates – or requires – health policy and public health? How can the healthcare market be controlled? How closely can politics and economics, as well as medical science and business, be intertwined? These and other questions are explored in this issue to gain new insights into recent and most recent contemporary history.

Heft 3/2020: Welt – Hunger – Hilfe
hg. von Tatjana Tönsmeyer und Heike Wieters
Das Themenheft stellt zeithistorische Wissensbestände, Konzepte, Praktiken und Lernprozesse der Versorgung, Hungerhilfe und -prävention ins Zentrum. Ein besonderes Interesse gilt dabei den sich wandelnden Wissensordnungen über Ernährung und Hungerprävention. Die Untersuchung internationaler Organisationen, transnational vernetzter NGOs, nationaler Regierungen und lokaler Akteure eröffnet einen differenzierten Blick auf jene Orte und politischen Bühnen, auf denen Wissen akkumuliert, Konzepte ausgehandelt, Praktiken erprobt und Lernprozesse reflektiert wurden, um neue Maßnahmen internationaler Versorgung, Hungerhilfe und -prävention im 20. Jahrhundert zu entwickeln. Die Beiträge adressieren drei große geschichtswissenschaftliche Forschungsfelder und verschränken zentrale Themen der Zeitgeschichte miteinander: die Geschichte des Humanitarismus, die Geschichte der internationalen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Akteure sowie die Geschichte von Ernährung und Versorgung im Zeitalter der Ideologien. Das Heft diskutiert somit den Einfluss staatlicher und nichtstaatlicher Akteure auf globale Politik und neue Formen globaler Governance, auf Nahrungsmittelmärkte und internationale Standardisierungsprozesse sowie auf dominierende Modelle im Gesundheits-, Entwicklungs- und Ernährungsbereich.

Issue 3/2020: World – Hunger – Aid
ed. by Tatjana Tönsmeyer and Heike Wieters
The special issue focuses on contemporary historical knowledge, concepts, practices and learning processes of supply, hunger relief and prevention. Special interest is given to the changing knowledge systems of nutrition and hunger prevention. The study of international organisations, transnationally networked NGOs, national governments and local actors opens up a differentiated view of those places and political stages on which knowledge has been accumulated, concepts negotiated, practices tested and learning processes reflected in order to develop new measures of international supply, hunger relief and prevention in the 20th century. The contributions address three major fields of historical research and interweave central themes of contemporary history: the history of humanitarianism, the history of international organisations and civil society actors, and the history of food and supply in the age of ideologies. The issue thus discusses the influence of state and non-state actors on global politics and new forms of global governance, on food markets and international standardisation processes as well as on dominant models in the health, development and nutrition sectors.