Aktuell

Liebe Leserinnen und Leser,

das aktuelle Heft ist für Redaktion, Herausgeber, Beirat und Verlag kein ganz gewöhnliches: Seit der Gründung der »Zeithistorischen Forschungen« (2003/04) ist es die 50. Ausgabe insgesamt (eine Galerie aller Cover finden Sie hier). Nach 17 Jahrgängen unserer Zeitschrift ist dies vielleicht nicht direkt ein Jubiläum, aber doch ein schöner Anlass für einen kleinen Rück- und Ausblick, verbunden mit einem großen Dank an alle Beteiligten, insbesondere an die Autorinnen und Autoren von bisher weit über 600 Beiträgen!

Parallel zur Publikation unserer aktuellen Ausgabe 3/2020 sind jetzt die Beiträge des Hefts 3/2019 (»Israel, Palästina und die deutsche Zeitgeschichte«) als pdf-Dateien im Layout der Druckausgabe auf dieser Website frei verfügbar.

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Die Diskussion um Impfungen als individuell-körperliche, aber auch soziale Interventionen hat derzeit (wieder) eine besondere Aktualität gewonnen. Zur Vorgeschichte solcher Debatten, die im deutsch-deutschen Fall auch eng mit der Systemkonkurrenz im Kalten Krieg zusammenhingen, siehe den Aufsatz von Malte Thießen aus unserem früheren Themenheft 3/2013 (»Zeitgeschichte der Vorsorge«). Gemeinsam mit Hartmut Berghoff hat Malte Thießen zuletzt das Themenheft 2/2020 herausgegeben (»Gesundheitsökonomien«).

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie findet zudem das Patentrecht ein gesteigertes Interesse. Zeithistorische Hintergründe zur Geschichte und Bedeutung des geistigen Eigentums in der bundesdeutschen Pharmaindustrie liefert ein Aufsatz von Robert Bernsee aus dem genannten Themenheft »Gesundheitsökonomien«.

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Christiane Reinecke, Redaktionsmitglied dieser Zeitschrift, hat ihre Habilitationsschrift jetzt bei Vandenhoeck & Ruprecht veröffentlicht: »Die Ungleichheit der Städte. Urbane Problemzonen im postkolonialen Frankreich und der Bundesrepublik«. Herzlichen Glückwunsch zum Erscheinen des Buches! Christiane Reineckes Beiträge für die »Zeithistorischen Forschungen« gibt es hier.

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Vor 50 Jahren, am 3. Mai 1971, wurde Erich Honecker Parteichef der SED – und blieb es bis zu seiner Ablösung durch Egon Krenz im Oktober 1989. Martin Sabrow, Mitherausgeber dieser Zeitschrift, hat in vielen Veröffentlichungen Honeckers Biographie und seinen Herrschaftsstil untersucht; siehe etwa den Aufsatz in unserem Heft 1/2013.

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Vor 60 Jahren, am 11. April 1961, begann in Israel der Prozess gegen Adolf Eichmann. In ihrer vielbeachteten Artikelserie und dem Buch »Eichmann in Jerusalem« hat sich Hannah Arendt mit der Person und dem Ereigniskomplex auseinandergesetzt. Für unsere Rubrik »Neu gelesen« hat Peter Krause dieses Buch in Heft 1/2009 näher vorgestellt.

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Gerhard Paul, einer der maßgeblichen Mitbegründer der Visual History im deutschsprachigen Raum und mehrfach Autor dieser Zeitschrift, feierte am 15. März 2021 seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren sehr herzlich! Für die Website Visual History haben Christine Bartlitz und Josephine Kuban mit Gerhard Paul ein ausführliches, multimedial aufbereitetes Interview geführt.

Und noch ein anderer runder Geburtstag: Wolfgang Niedecken, Gründer der Band BAP, ist am 30. März 2021 ebenfalls 70 Jahre alt geworden. In unserer Rubrik »Neu gehört« hat sich Ole Löding 2012 mit dem BAP-Song »Kristallnaach« von 1982 auseinandergesetzt.

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Der Verein der Freunde und Förderer des ZZF Potsdam vergibt seit 2017 jährlich den Zeitgeschichte-digital-Preis. Gewürdigt werden bis zu zwei Beiträge, die im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr in den Online-Portalen des ZZF veröffentlicht wurden. Die besten Beiträge des Jahres 2019 wurden am 5. November 2020 ausgezeichnet (Details zur Veranstaltung siehe hier).

Der Preis geht diesmal an Gangolf Hübinger für seinen Beitrag über Max Weber bei »Docupedia-Zeitgeschichte« sowie an Kim Christian Priemel für seinen Quellen-Beitrag »Stimmen im Kopf. Mithören und Mitmachen in den Nürnberger Prozessen (1945–1949)« im Themenheft »Zeitgeschichte des Rechts« der »Zeithistorischen Forschungen«. Herzlichen Glückwunsch! Siehe auch die Pressemitteilung zum Preis.

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Seit Oktober 2020 ist das Werk der Frankfurter Fotografin Abisag Tüllmann (1935–1996) auf einer Website zugänglich, die die bpk-Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Unterstützung der Abisag Tüllmann Stiftung aufgebaut hat. Den Leserinnen und Lesern der »Zeithistorischen Forschungen« ist Abisag Tüllmann nicht unbekannt: Wir haben bereits mehrfach Fotos von ihr verwendet, unter anderem für die Cover von Heft 3/2016 (»Der Wert der Dinge«) und Heft 2/2011 (»Politik und Kultur des Klangs im 20. Jahrhundert«).

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Zum 50. Jahrestag der Ereignisse von 1968 und der 68er-Bewegung haben wir unsere Bibliographie neuerer Literatur zu diesem Themenkomplex mehrfach aktualisiert (Stand 28. Oktober 2019, Publikationsjahre 20052019). Die inzwischen 50-seitige Materialsammlung umfasst neben einschlägigen Büchern auch Nachweise von Rezensionen aus Zeitungen und Fachzeitschriften.

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In der erweiterten Suche können Sie nicht nur jeweils einzeln nach bestimmten Autorinnen und Autoren, nach Stichworten oder Themen recherchieren, sondern können thematische, geographische und chronologische Suchkriterien auch miteinander verknüpfen. Ebenfalls möglich ist natürlich die Suche nach Heften im Archiv und die Suche in einzelnen Registern (Autoren-, Rubriken-, Schlagwortregister). Für die Rubrik »Neu gelesen« gibt es ein eigenes detailliertes Register.

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Ergänzend zu den Originalbeiträgen der »Zeithistorischen Forschungen« bieten wir inzwischen rund 300 »digitale Reprints« an (thematisch passende Aufsätze oder Buchkapitel, die anderswo erschienen sind). Auf dem Dokumentenserver des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung sind diese Texte übersichtlich nachgewiesen, sortiert nach Themen und Ausgaben. Siehe hier.

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Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) sowie die Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben gemeinsam ein Gutachten zur Nutzung audiovisueller Zeugnisse in der Wissenschaft und den damit verbundenen Urheberrechtsfragen in Auftrag gegeben, das im September 2015 veröffentlicht wurde. Es enthält eine ausführliche Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation und ihrer Probleme; gefordert wird die Einführung einer allgemeinen, an den praktischen Bedürfnissen von Forschung und Lehre orientierten Wissenschaftsschranke.

Das Gutachten kann bei der Orientierung in vielen Fragen helfen, die sich auch der Redaktion und den Autorinnen und Autoren dieser Zeitschrift immer wieder stellen. Vor allem aber ist zu hoffen, daß es weite Verbreitung findet, eine Grundlage für weitere Diskussionen liefert und letztlich zu Verbesserungen der gesetzlichen Vorgaben führt.

Mit besten Grüßen der Redaktion und der Herausgeber
Jan-Holger Kirsch